Lexikon

Anonymisierung

Anonymisierung verändert Daten so, dass sie sich keiner bestimmten Person mehr zuordnen lassen. Echt anonyme Daten fallen nicht mehr unter die DSGVO.

Was ist Anonymisierung?

Anonymisieren heißt, personenbezogene Daten so zu verändern, dass die betroffene Person nicht mehr identifiziert werden kann. Nach Erwägungsgrund 26 DSGVO gilt die Verordnung für solche anonymen Informationen nicht. Entscheidend ist, ob eine Identifizierung mit Mitteln möglich bleibt, die nach allgemeinem Ermessen wahrscheinlich genutzt würden. Dabei zählen etwa die Kosten, der Zeitaufwand und die verfügbare Technik.

Gängige Verfahren

Typische Methoden sind das Entfernen direkter Kennungen wie Name oder E-Mail-Adresse, das Vergröbern von Angaben, etwa die Altersgruppe statt des Geburtsdatums oder die Region statt der Adresse, und das Zusammenfassen vieler Datensätze zu Statistiken. Beim Verfahren der k-Anonymität wird darauf geachtet, dass jede Merkmalskombination auf mehrere Personen zutrifft. Bei Differential Privacy wird gezielt Rauschen hinzugefügt, damit sich aus Ergebnissen nicht auf Einzelne schließen lässt.

Warum echte Anonymität schwierig ist

Schon wenige Merkmale können eine Person eindeutig machen. Studien haben gezeigt, dass sich viele Menschen allein über Postleitzahl, Geburtsdatum und Geschlecht wiedererkennen lassen. Auch Bewegungsdaten oder Suchverläufe gelten trotz entfernter Namen oft als rückführbar, weil sie sehr individuell sind. Ob Daten wirklich anonym sind, muss deshalb sorgfältig geprüft und mit Blick auf neue Technik und zusätzliche Datenquellen immer wieder neu bewertet werden.

Anonymisierung oder Pseudonymisierung?

Bei der Pseudonymisierung werden Kennungen nur ersetzt; mit getrennt aufbewahrten Zusatzinformationen lässt sich die Person wieder ermitteln, und die DSGVO gilt weiter. Bei der Anonymisierung soll dieser Rückweg dauerhaft versperrt sein. Wird ein Datensatz vorschnell „anonym“ genannt, obwohl er nur pseudonymisiert ist, kann das falsche Sicherheit vermitteln. Nach verbreiteter Auffassung ist das Anonymisieren selbst eine Verarbeitung personenbezogener Daten.

Häufige Fragen

Sind Daten anonym, wenn der Name fehlt?

Nicht unbedingt. Bleiben andere Merkmale wie Geburtsdatum, Wohnort oder eine eindeutige Kennung erhalten, lässt sich die Person oft trotzdem bestimmen. Dann handelt es sich höchstens um pseudonymisierte Daten.

Ist Surfen über Tor dasselbe wie Anonymisierung?

Nicht ganz. Tor verbirgt deine IP-Adresse gegenüber der besuchten Website und anderen Beobachtern. Meldest du dich aber mit einem Konto an, bist du dort weiterhin als dieses Konto erkennbar.

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