Lexikon

Sextortion

Sextortion ist Erpressung mit intimen Bildern oder Videos: Täter drohen mit der Veröffentlichung und fordern Geld oder weitere Aufnahmen. Du bist nicht schuld.

Was ist Sextortion?

Sextortion setzt sich aus „Sex“ und dem englischen Wort „extortion“ (Erpressung) zusammen. Gemeint ist eine Erpressung mit intimen Aufnahmen: Täter drohen, Bilder oder Videos an Familie, Freunde, Schule oder Arbeitgeber zu schicken oder im Netz zu veröffentlichen, wenn man nicht zahlt oder weiteres Material liefert. Betroffen können Menschen jeden Alters und Geschlechts sein. Erpressung ist eine Straftat.

Wie es abläuft

Meist beginnt es harmlos: Ein Fake-Profil, oft mit dem Foto einer attraktiven Person, schreibt freundlich, flirtet und schlägt vor, Bilder oder Videos auszutauschen. Sobald die Täter etwas in der Hand haben, kippt der Ton: Sie drohen mit der Verbreitung und setzen eine knappe Frist. Manchmal haben sie gar kein echtes Material und behaupten es nur oder fälschen Bilder, auch mit KI. Wer zahlt, erlebt häufig, dass weitere Forderungen folgen.

Was du tun solltest

Zahle nichts und sende nichts mehr, auch wenn der Druck groß ist. Brich den Kontakt ab, aber sichere vorher Beweise: Profilname, Chatverlauf, Forderungen und Zahlungsangaben, zum Beispiel per Screenshot. Blockiere und melde das Profil und hole dir Hilfe bei einer Vertrauensperson, der Polizei oder einer Beratungsstelle. Auch Einmalansicht oder selbstlöschende Nachrichten schützen nicht davor, dass jemand den Bildschirm abfotografiert. Du bist nicht schuld: Verantwortlich ist, wer erpresst.

Bei Friendstime

Wer dich belästigt oder unter Druck setzt, kannst du blockieren; Direktnachrichten zwischen euch sind dann nicht mehr möglich. Profile und Nachrichten lassen sich melden, etwa wegen Belästigung; Menschen prüfen die Meldung, und bei Verstößen werden Inhalte entfernt und Konten gesperrt. Wer dir Freundschaftsanfragen schicken darf, legst du in den Privatsphäre-Einstellungen fest. Für Jugendliche unter 18 gelten feste Schutzeinstellungen: Das Profil ist privat, und Freundschaftsanfragen von und an Jugendliche unter 18 sind nur über den persönlichen Einladungs-Link möglich. Standortangaben werden beim Hochladen aus Bildern entfernt.

Häufige Fragen

Soll ich zahlen, damit die Bilder nicht veröffentlicht werden?

Nein. Es gibt keine Sicherheit, dass die Täter das Material danach löschen oder Ruhe geben; häufig folgen weitere Forderungen. Zahle nichts, sende nichts mehr, sichere Beweise und hole dir Hilfe.

Ich habe schon Bilder geschickt oder bezahlt. Ist es zu spät?

Nein. Du kannst jederzeit Schluss machen: keine weitere Zahlung, keine weiteren Bilder, Beweise sichern und Hilfe holen. Scham ist verständlich, aber du musst das nicht allein tragen, und die Verantwortung trägt, wer erpresst.

An wen kann ich mich wenden?

An eine Person, der du vertraust, etwa Eltern, Freunde oder eine Lehrkraft. Dazu kommen die Polizei, bei der du Anzeige erstatten kannst, sowie Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Außerdem kannst du das Profil bei der Plattform melden, auf der es passiert ist.

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