Lexikon

Catfishing

Catfishing bedeutet, im Netz eine falsche Identität vorzutäuschen, um Vertrauen oder Zuneigung zu erschleichen – oft mit gestohlenen Fotos und über Wochen.

Was ist Catfishing?

Catfishing nennt man es, wenn jemand im Internet eine erfundene oder fremde Identität benutzt, um eine Beziehung zu einer anderen Person aufzubauen. Meist stammen die Fotos von echten Menschen, die davon nichts wissen, und die Lebensgeschichte ist frei erfunden. Die Beweggründe reichen von Einsamkeit und Neugier über Streiche bis zu Betrug oder Erpressung. Bekannt wurde der Begriff durch den Dokumentarfilm „Catfish“.

Wie Catfishing abläuft

Catfisher zeigen anfangs viel Interesse, schreiben aufmerksam und bauen schnell Nähe auf. Zu einem Treffen oder einem Videoanruf kommt es dagegen nie: Mal ist die Kamera kaputt, mal kommt etwas dazwischen. Oft folgt nach einiger Zeit eine Notlage mit der Bitte um Geld, Geschenkkarten oder intime Bilder. Weil sich echte Gefühle entwickeln können, fällt es dann schwer, Zweifel zuzulassen – das macht Catfishing so wirksam und für Betroffene so belastend.

Worauf du achten solltest

Sei vorsichtig, wenn ein Profil zu perfekt wirkt, kaum gemeinsame Kontakte hat oder die Person Videoanrufe immer wieder vermeidet. Mit einer umgekehrten Bildersuche kannst du prüfen, ob das Profilfoto an anderer Stelle unter einem anderen Namen auftaucht. Schicke niemals Geld oder intime Bilder an Menschen, die du nicht persönlich kennst. Bei Verdacht beende den Kontakt, sichere Nachrichten und Profil-Link als Beweis und melde das Profil. Bei Betrug oder Erpressung hilft die Polizei, bei seelischer Belastung auch eine Beratungsstelle.

Bei Friendstime

Bei Friendstime entscheidet die andere Person selbst, ob sie eine Freundschaftsanfrage annimmt. In den Privatsphäre-Einstellungen kannst du festlegen, wer dir Anfragen schicken darf: Mit „Freunde von Freunden“ muss mindestens ein gemeinsamer Freund bestehen. Videoanrufe startest du direkt aus dem Chat – ein guter Weg, um zu prüfen, ob dein Gegenüber echt ist. Wirkt ein Profil verdächtig, melde es über das Profilmenü, zum Beispiel wegen Belästigung; Menschen im Moderationsteam prüfen die Meldung, bei Verstößen werden Konten gesperrt. Mit „Blockieren“ beendest du den Kontakt: Freundschaft und offene Anfragen werden entfernt, und Direktnachrichten sind nicht mehr möglich.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob mein Online-Kontakt echt ist?

Bitte um einen Videoanruf, in dem du die Person live siehst, und achte darauf, ob sie immer wieder ausweicht. Zusätzlich hilft eine umgekehrte Bildersuche mit dem Profilfoto. Eine Täuschung lässt sich nie ganz ausschließen, doch mehrere Ausreden hintereinander sind ein deutliches Warnsignal.

Ist Catfishing strafbar?

Allein das Anlegen eines erfundenen Profils ist nicht in jedem Fall strafbar. Wird es aber genutzt, um Geld zu erschleichen, zu erpressen oder fremde Bilder und Namen unerlaubt zu verwenden, können Straftaten oder Verletzungen von Persönlichkeitsrechten vorliegen. Das hängt vom Einzelfall ab; im Zweifel hilft eine Beratung.

Was tue ich, wenn ich auf einen Catfisher hereingefallen bin?

Brich den Kontakt ab und schicke kein weiteres Geld. Sichere Nachrichten, Bilder und den Profil-Link als Beweis, melde das Profil und sprich mit Menschen, denen du vertraust – Scham ist unnötig, denn Catfishing ist gezielte Täuschung. Ist Geld geflossen oder wurdest du erpresst, erstatte Anzeige bei der Polizei; auch Beratungsstellen unterstützen dich.

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